Cyberangriffe auf europäische Flughäfen -
Chaos am Himmel und am Boden

von Susanne, 24.09.2025

Ende September 2025 kam es an mehreren europäischen Flughäfen zu einem massiven Cyberangriff, der die Abläufe am Boden empfindlich störte. Besonders betroffen waren große Drehkreuze wie Heathrow in London, Berlin Brandenburg, Brüssel und Dublin. Check-in- und Boarding-Systeme fielen aus, Gepäck konnte nur noch manuell abgefertigt werden, und zahlreiche Flüge verzögerten sich oder mussten komplett gestrichen werden.

Die Attacke traf vor allem Systeme der Firma Collins Aerospace, insbesondere deren MUSE-System (Multi-User System Environment), das für Check-in, Boarding und Gepäckabfertigung genutzt wird. Da die Flughäfen stark auf diese digital integrierten Systeme angewiesen sind, führte der Ausfall zu erheblichen Verzögerungen. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, mussten Flughäfen auf Not- und Backup-Systeme zurückgreifen – ein langsamer und fehleranfälliger Prozess, der vor allem für die Passagiere zu langen Wartezeiten und Unsicherheit führte.

Die Europäische Agentur für Cybersicherheit (ENISA) stufte den Vorfall als Ransomware-Attacke ein. Auffällig ist, dass der Angriff über einen Drittanbieter erfolgte und nicht direkt die Flughäfen selbst getroffen hat. Das zeigt eine typische Schwachstelle: Anbieter, deren Systeme viele Flughäfen gleichzeitig bedienen, können ein potenzielles Einfallstor darstellen. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unklar. Ob es sich um staatlich geförderte Gruppen, kriminelle Organisationen oder Einzelpersonen handelt, ist Gegenstand laufender Untersuchungen.

Die Auswirkungen waren erheblich. In Brüssel mussten über 60 von etwa 550 geplanten Flügen annulliert werden, in Berlin kam es zu langen Schlangen beim Check-in und bei der Gepäckabgabe. Auch Heathrow meldete erhebliche Störungen. Für viele Passagiere bedeutete dies nicht nur Unannehmlichkeiten, sondern auch Unsicherheit und Frust.

Die Hintergründe dieser Attacke verdeutlichen, wie anfällig moderne Flughäfen für digitale Störungen sind. Die Abhängigkeit von zentralisierten Systemen, kombiniert mit der Nutzung von Drittanbietern, kann bei einem Angriff eine Kettenreaktion auslösen, die den gesamten Flughafenbetrieb lahmlegt. Notfallpläne und manuelle Abläufe helfen zwar kurzfristig, ersetzen aber nicht die Geschwindigkeit und Effizienz digitaler Systeme.

Als Reaktion arbeiten ENISA, nationale Sicherheitsbehörden und Collins Aerospace gemeinsam daran, die Systeme wiederherzustellen und die Sicherheitslücken zu schließen. Auch die Flughäfen selbst überprüfen ihre Ausfallsicherheit, 
Backup-Systeme und Notfallpläne, um künftig schneller reagieren zu können.

Dieser Vorfall ist eine Mahnung: Redundanz, Resilienz und strenge Sicherheitsstandards für Drittanbieter sind entscheidend, um kritische Infrastruktur zu schützen. Zudem könnten regulatorische Anforderungen verschärft werden, um die Flughäfen besser gegen Cyberangriffe abzusichern. Für Passagiere, Betreiber und Behörden gilt gleichermaßen: Vorbereitung ist alles – nicht nur am Himmel, sondern auch am Boden.

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